Eintracht verspielt erneut 2:0 Führung

Es kam wie es kommen musste. Spätestens als Nürnberg den Anschlusstreffer erzielte kamen alle alten Erinnerungen wieder in mir hoch. Ich weiß nicht, wo ich noch überall hinfahren muss, um mir Spiele wie das von gestern abend anzuschauen. Sind wir mal ehrlich. Ist es nicht das, was einen Fan auszeichnet: Emotionen, Freude, Treue, Leidensfähigkeit… Gerade was die Leidensfähigkeit betrifft, sind wir als Eintracht-Fans in den letzten Jahren doch sehr stark gefordert worden. Man sollte meinen, dass man sich daran gewöhnen kann. Nein, ich kann es nicht. Ich kann es um ehrlich zu sein, immer noch nicht fassen. Nach Mainz, Bochum, Istanbul, Wolfsburg, Leverkusen, nun gestern auch in Nürnberg. Kurz vor Ende des Spiels wieder mal eine blöde Situation, der Ball verirrt sich durch Freund und Feind hindurch vor unser Tor und Vittek gleicht zum 2:2 aus. Wir schaffen es einfach nicht, eine Führung mal über die Runden zu retten. Es ist wie ein schlechter Traum.

Es hilft aber alles nichts, die Welt dreht sich weiter und die Spieler müssen Ihren Kopf hochnehmen und nach vorne schauen. Warum sollten wir nicht die Bayern schlagen? Ein Großer ist seit langem fällig. Warum nicht gegen die Bayern, die hoffentlich nach einem morgigen Sieg gegen Bremen wieder zu selbstsicher werden? Auf gehts Jungs. Kopf hoch, kämpfen und siegen. Dann eben im nächsten Spiel! Ich denke, dass Zeichen von uns Fans am gestrigen Abend war eindeutig. Wir haben Euch noch einmal mit unseren Sprechchören zurück in die Kurve geholt. Denn wir stehen nach wie vor zu Euch. Treue zeichnet uns schließlich wie oben beschrieben aus! Einfach so nach einem kurzen Winken in die Fankurve abhauen und sich in die Kabine verdrücken gibt es nicht. Auf der Leistung kann man eigentlich aufbauen. Die Defensive hat bis auf die letzten 10 Minuten gestanden und die Chancenverwertung war erstklassig. Okay, wir hatten aber auch nur zwei Chancen ;-)
Aber, wir stehen hinten wieder besser und die Systemänderung mit nur einem Sechser und drei weiteren offensiveren Mittelfeldspielern macht sich meines Erachtens deutlich bemerkbar. Der fade Beigeschmack, der nach dem gestrigen Spiel bleibt, ist lediglich die Tatsache, dass man kurz vor Schluss wieder gepennt und den Ausgleich kassiert hat. Vor dem Spiel wäre ich persönlich mit einem Punkt in Nürnberg zufrieden gewesen. Nach dem Spiel waren es zu Recht alle nicht mehr.

Wie bereits erwähnt die Chancenverwertung war klasse. Mit der ersten echten Chance gleich das 1:0 erzielt, wobei Kyrgiakos wieder einmal zeigte, warum er für uns so wichtig sein kann. Ein klasse Kopfball und folglich ein herrliches Tor. Aber nicht nur das. Hinten räumte er eigentlich alles ab und machte aus meiner Sicht ein Klassespiel. Auch Thurk kommt so langsam in Fahrt. Er kämpfte wieder enorm viel und zeigte gute Ansätze. Michael Fink gefiel mir gestern ebenfalls wieder sehr gut und machte die Räume schön eng. Beim Passspiel muss er aber noch ein bißchen ruhiger werden. Wenn die Pässe besser ankommen würden, könnte er für uns noch wertvoller werden. Alex Meier in den letzten Wochen stark kritisiert machte gestern seine Sache ebenfalls besser. Stark in der Rückwärtsbewegung und ein schöner Pass auf Preuss vor dem 2:0. Unser Japaner, oder sollte ich besser Tormaschine sagen, trifft zum zehnten Mal in der Bundesliga und reibt sich in den Zweikämpfen auf. Bei Albert Streit frage ich mich hingegen momentan wo der Schuh drückt. In meinen Augen gestern ein schwaches Spiel von ihm. Wenn er meinen Rat als Kurventrainer annimmt, dann wird das aber schon wieder. Kopf hoch, Mitspieler suchen, schneller abspielen und mal mutiger und schneller in die Freiräume stoßen. Hol Dir dein Selbstvertrauen zurück, du hast es doch eigentlich drauf!

Eines hat mir gestern jedoch gar nicht gefallen. Warum lassen wir uns so nach hinten reindrängen? Wir haben doch auch die Mittel um den Gegner in der Defensive zu fordern? Und dann nimmt Funkel auch noch die offensiven Leute raus und wir kommen nicht mal zu einem einzigen Entlastungsangriff. Das kann und will ich nicht verstehen!

Alles in allem war es aber wieder einmal eine schöne Auswärtsfahrt und möge die Lage doch so prekär und nervenaufreibend sein. Einmal Adler, immer Adler!

Die Eintracht spielte in folgender Aufstellung:

Nikolov(3)

 

Ochs(3,5)     Russ(3)     Kyrgiakos(1,5)     Spycher(3,5)

 

Fink(3)

 

Streit(4)         Meier(3)         Preuss(3,5)

 

Thurk(3)         Takahara(2)

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