1:3 Heimpleite gegen Cottbus

Noch viel schlimmer als die Niederlage wiegt meiner Ansicht nach aber die Verletzung von Christoph Preuß. Als ich gerade nach Hause gekommen bin, habe ich mir die Zusammenfassung in der Sportschau angesehen und die schlimmen Bilder gesehen. Schon im Stadion war uns eigentlich bewusst, dass es was schlimmes sein musste, denn die hektischen Rufe nach einem Arzt waren ja nicht zu übersehen. Als er dann auch noch direkt zum Marathon-Tor rausgetragen wurde, war es ja klar, dass es direkt ins Krankenhaus gehen würde. Lieber Christoph, das Adlerblog.de-Team wünscht Dir gute Besserung!

Das Spiel der Eintracht war in der ersten Halbzeit eigentlich gar nicht so schlecht. Vor allem in den ersten zwanzig Minuten hatten wir die eine oder andere gute Chance. Doch das letzte Quentchen Glück aber auch der letzte Durchsetzungswille fehlte einfach. Ab Mitte der ersten Hälfte hatte Cottbus sich dann eigentlich gut auf die Eintracht eingestellt und den Beton angerührt. Mit einem 4-1-4-1-System zogen sich alle Mann bis in die eigene Spielhälfte zurück und ließen die Eintracht wie im Handball um den Halbkreis spielen. Erschütternd, dass wir hier nicht mal ein bißchen Kreativität aufblitzen lassen oder auch mal einen Ball in den freien Raum spielen. Der Heller ist doch so schnell, den könnte man doch auch mal in die Spitze schicken. Stattdessen immer das hin und hergeschiebe. Ball erst mal annehmen, schauen und am besten zur Seite oder den Ball zurückspielen. Mein Gott sind wir berechenbar. Kommt dann mal ein Ball in die Spitze, müssen unsere Spieler den Ball mit dem Rücken zum Tor annehmen. So jedenfalls kommen keine Überaschungsmomente zustande.

Die zweite Hälfte gleicht eigentlich der Ersten. Nur mit dem Unterschied, dass die Eintracht weiterhin einfallslos gegen die orange-farbene Wand anrennt und eigentlich kaum nennenswerte Torchancen herausspielt, die Lausitzer aber aus vier Chancen drei Tore machen. Und was für Tore! Ich frage mich jetzt noch, wo der Kopfball von Fink eigentlich hingehen sollte! So kann ich den Ball doch nicht nach hinten spielen. Das Tor war dann zumindest abgebrüht gemacht.

Vor dem Ausgleich hat die Eintracht dann wieder einmal ein bißchen mit Schwung gespielt und siehe da, nach der Chance von Heller auch das 1:1 durch Meier erzielt. Es geht doch, dachten wir auf der Tribüne. Schnell den Ball auf die Außenbahn gegeben und eine präzise Flanke. Tor!

Doch dann, wieder so eine Unachtsamkeit in der Defensive. Nikolov und Preuß gehen beide zum Ball und ich glaube Preuß machte sogar das Eigentor. Das sich Preuß bei dieser Aktion verletzte war dann natürlich sau unglücklich und noch bitterer. Da konnte eigentlich keiner der Beteiligten etwas dafür.

Vor dem 1:3 vergeben wir dann eine Riesenchance. Auch wenn viele gegnerischen Beine im Wege standen. So ein Ball von Köhler könnte ja auch mal reingehen. Das nach der folgenden Ecke keiner mit zurück läuft und Cottbus per Konter das Tor erzielen kann, spricht nicht gerade für die Kampfbereitschaft unserer Mannschaft. Es stand 1:2 und es war noch alles drin, aber das Takahara als einziger mit zurück läuft spricht Bände. Mehr will ich zu dieser Aktion nicht sagen, denn Jörn wird es in seinem Bericht sicher auch noch aufnehmen.

Ich habe vor einigen Wochen ja schon mal angemerkt, dass ich glaube, das es in der Mannschaft nicht zu 100% stimmt. Das Interview von Ama heute abend in der Sportschau lässt so etwas ebenfalls vermuten. Er sagte so etwas wie “es gibt einige im Team die nur für sich spielen und nicht für die Mannschaft”. Ja, ich glaube das kann man bestätigen. Vor allem beim schönen Albert dachte ich heute manchmal an Arbeitsverweigerung. Er vertendelte fast jeden Ball und nach Ballverlusten blieb er konsequent stehen. Zweikampfverhalten ebenfalls Fehlanzeige. Vielleicht rennt er noch mal zehn Meter neben dem Gegenspieler her und bleibt dann stehen. Sorry, lieber Albert, aber da ziehe ich jeden anderen Spieler vor, der bis zur letzten Minute kämpft und vielleicht nicht so gut mit dem Ball umgehen kann wie Du.

Die Eintracht spielte in folgender Aufstellung.

Nikolov (3)
Ochs(3,5)     Russ(3,5)     Vasoski(3,5)     Spycher(2,5)
Fink(4)         Preuß(3,5)
Streit(6)             Meier(3)             Heller(4)
Takahara(4,5)

 

P.S.: Als Amanatidis ins Spiel eingewechselt wurde, kam wenigstens noch mal ein bißchen Schwung vorne rein. Meiner Meinung ist die Spielweise mit einer Spitze völlig verfehlt. Das System passt nicht zu unserer Mannschaft. Wann merkt Funkel das endlich. Als Ama drin war, war wenigstens noch mal ein Stürmer im Strafraum wenn eine Flanke reinkam…

 

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  • http://www.blog-g.de Stefan (blog-g.de)

    Ich kann die Spielanalyse und die Wertung zu Ali nur unterschreiben. Genau so habe ich das Spiel im Stadion auch gesehen.

  • Adler

    Kann ich auch nur bestätigen. Habe das Spiel “nur” auf Arena gesehen, aber es war gut zu erkennen, dass diese Niederlage völlig unnötig war. Vor allem die Grosschance von Köhler kurz vor dem 3:1 war bezeichnend: Statt den Ball zurück zu spielen zum freistehenden Amanatidis, vertändelt Köhler den Ball und stolpert ihn ins Aus. Dann rennt keiner zurück um das Unheil noch abzuwenden. Cottbus hat keinesfalls verdient gewonnen, wie überall postuliert wird, sie haben halt konsequent zugemacht und auf die Fehler der Eintracht gelauert. Und dass die in jedem Spiel reichlich vorhanden sind, hat sich mittlerweile in der Bundesliga herumgesprochen. So tölpelhaft und fahrlässig spielt wohl keine andere Mannschaft. Das Schlimme ist, dass locker 8 (Auswärts)punkte mehr auf dem Konto stehen könnten: Wolfsburg, Leverkusen, Nürnberg, Gladbach. Alles Last-Minute-Tore. Woran das liegt? Unkonzentriertheit und fehlende Konsequenz im Abräumen hinten. Das muss bei jeder Trainingseinheit eingeprügelt werden. Jetzt ist es fast schon zu spät…

  • Adler

    So – jetzt habe ich gerade im Live-Ticker erfahren, dass Funkel Streit und Thurk aus dem Kader gestrichen hat. Bravo! Streit hat sich durch indifferente Teilnahmslosigkeit ausgezeichnet und nur noch Alibi-Fussball gespielt. Thurk konnte sich nie durchsetzen. Jetzt sind zumindest die anderen gewarnt und bringen hoffentlich ihre gewohnte Leistung. Was schlimmer wiegt: Kyrgiakos spielt gegen Bielefeld nicht! Mandelentzündung. Mist – da wird´s in der Abwehr wieder rund gehen. Also – Daumen drücken und irgendwie auf Punkte hoffen.